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13.06.2017

Bericht: Seminar „Wirtschaft in der Praxis – das System der sozialen Marktwirtschaft“ 10.-13.04.2017

Das einwöchige, im April stattgefundene Seminar „Wirtschaft in der Praxis – das System der sozialen Marktwirtschaft“ ist von dem vem.Arbeitgeber Verband organisiert worden und fand in diesem Jahr zum fünften Mal an der Akademie Biggesee statt.

von Janine Black, Auszubildende zur Werkzeugmechanikerin und Lena Hoffmann, Auszubildende zur Industriekauffrau, jeweils im 2. Ausbildungsjahr

Zur Teilnahme aufgerufen waren technische und kaufmännische Auszubildende der Mitgliedsunternehmen des Verbandes Elektro und Metall.
Unsere Ausbilderin, Frau Ubl, ist rechtzeitig darauf aufmerksam geworden und hat zwei Auszubildenden von BSH die Gelegenheit geben können, an dem Seminar teilzunehmen.

So waren wir, Janine Black (Werkzeugbau, 2. Lehrjahr) und Lena Hoffmann (Industriekauffrau, 2. Lehrjahr), zwei von insgesamt 25 Auszubildenden des Verbandes Rheinland/Rheinhessen, die in dem Seminar viel über die Funktionsweise der sozialen Marktwirtschaft lernen konnten.
Das Seminar fand in den Osterferien vom 10.04. bis 13.04. am Biggesee in Attendorn statt.

Am ersten Tag wurden wir begrüßt und bekamen einige allgemeine Informationen zum Ablauf und Inhalt des Seminars, zum Seminargebäude und zu möglichen Freizeitgestaltungsmöglichkeiten.
Nach dem Mittagessen bezogen wir die Einzelzimmer.

Am Nachmittag wurden wir bereits in 3er- und 4er-Gruppen aufgeteilt, um uns in die Planspielunterlagen einzuarbeiten. Die ermittelten Informationen, die dazugehörigen Aufgaben des fiktiven Unternehmens und Prozesse und entsprechenden Auswirkungen von Entscheidungen führten wir den anderen Seminarteilnehmerinnen und -teilnehmern in Form einer PowerPoint Präsentation vor.
Basis unserer Arbeit waren Informationen, die wir aus dem vorher zugesandten Handbuch entnahmen. Dann teilten wir uns in Firmengruppen ein, die alle unter gleichen Bedingungen ihre Geschäftstätigkeit aufnahmen. Von den Dozenten wurden wir gleichsam in die Funktionsweise der Simulationsmethode eingeführt. Ab da war es Ziel einer jeden Arbeitsgruppe, mit der eigenen „Firma“ in vier zu durchlebenden Perioden, so gut es geht, zu wirtschaften.
Am 2. Tag spielten wir dann die 1. Periode durch, in der wir über Faktoren wie Einstellung/Entlassung, Kauf von neuen Maschinen, Investition in Ökologie und technischen Fortschritt, geplante Verkaufsmenge u.v.m. frei entscheiden konnten. Am Ende der Periode wurden die Daten der jeweiligen Firmengruppe den Seminarleitern übergeben, gemeinsam verglichen und gegenübergestellt.

Nachmittags haben unsere Seminarleiter einen Vortrag über Wirtschaft und Unternehmerziele gehalten. Anschließend wurde die 2. Periode durchgespielt. Hier kamen neue Faktoren wie das mögliche Verkaufen an einen Großabnehmer zu einem niedrigen Verkaufspreis oder das Planen von Maschinen- und Mitarbeiterauslastung hinzu.
Am 3. Tag wurden wieder gemeinsam die Ergebnisse aus der zweiten Periode verglichen.

Dieses Vergleichen der Ergebnisse war immer besonders spannend, da die geleistete Arbeit der eigenen Arbeitsgruppe mit den Entscheidungen der anderen Arbeitsgruppen verglichen wurde und die „Firmen“ immer im Wettbewerb zueinander standen. Das heißt, wenn man sich z. B. dazu entschieden hatte, in Qualität zu investieren und den Verkaufspreis der Produkte hoch ansetzte, die anderen Gruppen aber einen niedrigeren Preis anbieten konnten, simulierte das System, dass sich nur wenige Käufer für das eigene hochpreisige Produkt entscheiden würden und man selbst so nur geringen Absatz erwirtschaften konnte, den man vielleicht so nicht eingeplant hatte.
Anschließend spielten die Firmengruppen ein auflockerndes Spiel, bei dem die Sieger „außerplanmäßige Erträge“ für die Firma gewinnen konnten.
Danach konnten wir in der 3. Periode weiter mit unserer Firma wirtschaften. In dieser Periode kamen neue Faktoren wie Finanzplanung und Außenhandel ins Spiel. Außerdem wurde der Schwierigkeitsgrad der Simulation erhöht, indem man nur noch die eigenen Ergebnisse nach der Periode erhielt, die „Taktik“ der anderen Arbeitsgruppen aber verschlüsselt blieben.
Nachmittags haben die Seminarleiter eine Präsentation über die unterschiedlichen Wirtschaftsformen gehalten. Dann machten wir ein Rollenspiel, in dem wir als Firmen mit einer Arbeitnehmergewerkschaft, diese Rolle spielten die Seminarleiter, eine Tarifverhandlung durchführten. Das Ergebnis dieser Tarifverhandlung wirkte sich selbstverständlich auch auf unser Planspiel aus, da sich die Lohnkosten des Unternehmens erhöhten und den Mitarbeitern mehr Urlaubstage zustanden.
Anschließend spielten wir die 4. Periode durch, bei der detailliertere Entscheidungsmöglichkeiten hinzukamen. So musste man sich entscheiden, ob man in der Abteilung Einkauf den günstigeren Staffelpreis einkauft und dann zu viel Material auf Lager hat oder ob man einen Kredit zu bestimmten Verzinsungen in Anspruch nimmt.

Am letzten Tag kam dann die Bekanntgabe der endgültigen Ergebnisse aus der letzten Periode.
Diese Ergebnisse sollten wir innerhalb der Firmengruppe noch in einer PowerPoint-Präsentation aufbereiten und die Entwicklung unserer Investitionen, Vorhaben und Strategien erklären.
Am Ende dieser Präsentationen gaben die Seminarleiter Feedback und ernannte eine Firma zum Gewinner, da sie am besten gewirtschaftet haben. Die Ehre als Mitglied der am besten wirtschaftenden Gruppe wurde Lena zuteil.

Nachmittags konnten wir dann die Heimreise antreten.

Alles in allem war es ein sehr gelungenes Seminar, da durch die eigenständige Arbeit der jeweiligen Seminargruppen das doch abstrakte Thema gut erschlossen werden konnte.
Man wollte mit ehrgeizigen Entscheidungen seiner Firma die Konkurrenz verdrängen, um Marktführer zu werden. Simulationsspiele, wie z. B. die Tarifverhandlung, zeigten uns Auszubildenden die Chancen, Risiken und Auswirkungen und Verluste seitens des Arbeitgebers auf, je nachdem, wie verhandelt wurde.

Das bereits bekannte Wissen über Wirtschaft konnte durch die Simulationsmethode während des Seminars so anschaulich und selbsterarbeitend verknüpft werden, dass jeder Teilnehmer nun weiß, wie wirtschaften im Unternehmen in seinen Grundzügen funktioniert und das es gar nicht so einfach ist, ein Unternehmen am Markt zu positionieren.

Die Akademie Biggesee war gut ausgestattet. Sowohl Schulungsräume wie auch Einzelzimmer sind anstandslos sauber gewesen und das Essen immer lecker und abwechslungsreich. Die Zeit nach dem offiziellen Programm konnte man auch gut zusammen mit anderen Seminarteilnehmern verbringen, wenn man die Freizeitaktivitäten wie das Billard/Kicker, den TV-Raum, die hauseigene Kneipe oder Sauna nutzte.

Zukünftigen technischen und kaufmännischen Auszubildenden von Bilstein & Siekermann® empfehlen wir dieses Seminar sehr.

13.06.2017
Abbildung Auszubildende von Bilstein & Siekermann
Von links nach rechts:

Janine Vanessa Black, Auszubildende zur Werkzeugmechanikerin, 2. Ausbildungsjahr und Lena Hoffmann, Auszubildende zur Industriekauffrau, auch 2. Ausbildungsjahr.

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