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03.05.2017

Tobias Fuchs, 1. Dualer Student bei Bilstein & Siekermann, Fachrichtung Maschinenbau mit Ausbildung zum Stanz- und Umformmechaniker

Meine ersten 1,5 Jahre bei Bilstein & Siekermann GmbH + Co. KG als Dualer Student.

Die Firma Bilstein & Siekermann® lernte ich bei einer Berufsbildungsmesse meines Gymnasiums und einem anschließenden technischen Praktikums im Jahr 2014 kennen. Weil mir das Praktikum und der Betrieb sehr gut gefallen haben, entschied ich dann mich um einen Dualen Studienplatz im Fach Maschinenbau zu bewerben. Ich wurde aus einer Vielzahl von Bewerbern ausgewählt und bin nun der 1. Duale Student im Hause Bilstein und Siekermann®. Vor dem Start meiner beruflichen Ausbildung war ich sehr gespannt darauf, wie das Duale Studium im Einzelnen ablaufen wird und wie die Verknüpfung von praktischem und theoretischem Wissen in der Berufsschule, der Hochschule und bei der täglichen Arbeit als Stanz- und Umformmechaniker geschieht. Nun bin ich schon im 2. Semester in der Hochschule Trier immatrikuliert und habe somit schon Einiges darüber selber erfahren.

Der Beginn meiner Dualen Ausbildung

Start meines Dualen Studiengangs war der 1. September 2015, mit Präsentation über das Unternehmen und anschließendem Betriebsrundgang. Am Nachmittag wurde ich meiner Abteilung (Fertigung Presse) zugeteilt, in der ich die nächsten 7,5 Monate eingesetzt war. Im Laufe meiner (dualen) Ausbildung lernte ich Wichtiges über das Kaltfließpressen, bei dem der nicht erhitzte Werkstoff Stahl als Draht in eine sog. Kaltfließpresse eingeführt und darin über mehrere Fertigungsstufen mit Hilfe von Werkzeug hin zu einem Fertigteil geformt wird.

Längere Zeit, ca. 5 Monate, war ich, zur Vorbereitung auf meine Abschlussprüfung Teil 1 („Zwischenprüfung“), im Werkzeugbau eingesetzt.  In meiner praktischen Zwischenprüfung zum Stanz- und Umformmechaniker muss ich genau,  wie der Werkzeugmechaniker, eine praktische Arbeitsaufgabe erledigen. Die mitgebrachten selbst vorbereiteten Prüfungsbauteile werden dabei in der Prüfung weiterbearbeitet (Feilen, Bohren, Reiben, Fräsen, Drehen, Anreißen, Körnen) und schließlich von mir zu einer nach Zeichnung funktionalen Baugruppe fachgerecht montiert. Um dies alles in der vorgegebenen Zeit zu bewerkstelligen benötigt man ausreichende Übung und Routine, welche ich mir im Werkzeugbau vor her aneignete.

Da im ersten Jahr nur die Ausbildung stattfand und erst im zweiten Jahr mein Maschinenbau-Studium an der FH Trier startete, habe ich im ersten Jahr auch die Berufsschule in Gerolstein besucht. Zwei Tage in der Woche fand dort der Unterricht für uns Mechaniker statt. Wir wurden dort in technischen Fächern wie Technisches Zeichnen, Warten Technischer Systeme, Fertigen von Bauteilen mit Handgeführten Werkzeugen oder Fertigen von Bauteilen mit Maschinen, aber auch in den allgemeinbildenden Fächern Deutsch, Englisch und Sozialkunde unterrichtet.

Mein Studium an der Fachhochschule Trier

Am 03.10.2016 begann für mich das 1.Semester. Nach einer Begrüßungsveranstaltung wurden die neuen „Erstis“ in Gruppen für das Mentoring-Programm eingeteilt. Dieses Programm, welches von höheren Semestern geführt wird,  soll den Erstsemestern den Start ins Studium erleichtern.
Meine Arbeit an der Hochschule besteht aus dem wöchentlichen Besuch von Vorlesungen, Tutorien und Übungen.  Leistungsnachweise in Form von Klausuren und erbrachten Übungen muss ich meist zum Ende eines Semesters erbringen. Das Bestehen dieser ist sehr wichtig und verlangt durchaus Eigeninitiative, Disziplin und Fleiß.
 
Für das Studium an sich ist ein gutes Zeitmanagement von großer Bedeutung und für mich als Dualer Student natürlich umso wichtiger. Um alle Termine für Klausuren und Zwischenprüfungen für die Ausbildung im Blick zu haben,  habe ich mir einen Kalender (siehe Bilder) angeschafft.
Bei der Sicht auf den Kalender wird auch klar, dass man beim Dualen Studiengang mit integrierter Ausbildung eine erhöhte Leistungsbereitschaft mitbringen muss, als vielleicht „normale“ Studierende.
So habe ich nach dem Wintersemester in der vorlesungsfreien Zeit in meinem Ausbildungsunternehmen gearbeitet, um mich auf die theoretische und praktische Abschlussprüfung Teil 1 (Zwischenprüfung) vorzubereiten. Für die schriftliche Prüfung habe ich zum Lernen hauptsächlich alte Zwischenprüfungen vergangener Jahren durchgearbeitet, die mir vom Ausbilder zur Verfügung gestellt wurden.

Auch die Organisation meiner Prüfungen musste ich stets gut im Blick haben (natürlich haben mir meine Kollegen auch dabei geholfen), dennoch musste ich benötigte Werkzeuge für die Prüfung selbstständig packen, dafür sorgen, dass alle Halbzeuge vorbereitet sind, ich den Prüfungsbetrieb vorher besichtige und natürlich musste ich schließlich die beiden Prüfungen abschließen, welche während der Vorlesungszeit im Sommersemester stattfanden. Im Ganzen bin ich dankbar, dass alles gut funktioniert hat und ich auch vom Unternehmen und meinen Kollegen bei meiner Ausbildung unterstützt werde.

Vorteil des Dualen Studiums für mich:

Ein großer Vorteil des Dualen Studium, so denke ich, besteht wirklich in dem engen zeitlich abwechselnden Ablauf von Theorie und der Praxis. So lernt man in der Hochschule das theoretische Wissen, welches man als Ingenieur benötigt. Im Betrieb dagegen werde ich zum Facharbeiter ausgebildet und lerne dort die Arbeitswelt kennen. Außerdem bekomme ich hier auch tiefere Einblicke in den Ablauf eines industriellen Betriebes, wodurch ich ein besseres Verständnis für die Herausforderungen einer Firma erlange. Durch die Hochschule und die berufliche Ausbildung ergeben sich auch immer wieder sehr angenehme Synergieeffekte, da beides natürlich im engen thematischen Zusammenhang steht.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass der Duale Studiengang zwei staatlich anerkannte Abschlüsse innerhalb vier Jahren ermöglicht für welche ich ansonsten sechs Jahre benötigen würde.
So erlange ich nach erfolgreicher dreijähriger Berufsausbildung den IHK Abschluss zum Stanz- und Umformmechaniker. Nach einem weiteren Jahr werde ich nach erfolgreichen drei Jahren Studium den „Bachelor“ erlangen.

Nicht zu verschweigen ist natürlich der finanzielle Aspekt. So bekomme ich eine monatliche Ausbildungsvergütung, egal, ob ich in der Hochschule sitze und lerne oder im Betrieb arbeite. Außerdem hat der Betrieb auch die bisher anfallenden Studiengebühren für mich übernommen. Dies erlaubt mir natürlich eine gewisse finanzielle Unabhängigkeit, welche ein „normaler“ Student i.d.R. nicht besitzt. Da der Betrieb viel Arbeit und Geld in mich investiert, sind die Übernahmechancen für mich als Dualer Student i.d.R. hoch. Somit hat man auch schon im Studium eine Perspektive für sein weiteres berufliches Leben.

Tipps für zukünftige Bewerber:

Wer gerne ein Duales Studium beginnen möchte sollte ausreichend persönlich vorbereitet sein.
So sollte einem natürlich bewusst sein, dass man eine höhere Leistungsbereitschaft mitbringen muss, da hier 6 Jahre Ausbildung in vier Jahren absolviert werden und das Maschinenbaustudium natürlich ein anspruchsvolles Studium bleibt. Man sollte am besten auch von der Schule her die entsprechenden Noten und die entsprechende Leistungskurswahl bzw. die passende Schulform gewählt haben.

Bei wem dieses zutrifft und wer sich dann auch für Technik/Maschinenbau interessiert, sollte es nicht versäumen, ausreichend Praxiserfahrung in industriellen Betrieben gesammelt zu haben. So ist es z.B. wichtig für die Bewerberauswahl der Unternehmen, dass diese ausreichend entsprechende Praktika vorweisen können. Aber natürlich sind auch nicht dokumentierte Einblicke in Industriebetriebe immer von Vorteil, somit sollte man auch die Angebote der Firmen wie „Tag der offenen Tür“ oder der bei uns angebotene „Young Talents-Ausbildungstag“ wahrnehmen. Ich selber habe Bilstein und Siekermann® ja bei einer Berufsausbildungsmesse kennengelernt, worauf wenig später ein Praktikum und anschließend eine Bewerbung für das Duale Studium folgten. Ich denke mit den passenden Voraussetzungen und der geeigneten Vorbereitung hat man gute Chancen als Bewerber für ein Duales Studium.

03.05.2017

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